Hepatitis, autoimmun


Bei Verdacht auf eine entzündliche Lebererkrankung und nach Ausschluss einer infektiösen Ursache (akute Virushepatitis im engeren Sinne bzw. Begleithepatitis bei anderen Infektionen) Untersuchung eines Antikörperprofils (siehe auch bei den einzelnen Antikörpern):

Bei folgenden autoimmunen Lebererkrankungen können charakteristische Antikörperprofile gefunden werden:
Autoimmunhepatitis (AIH):
Typ 1: ANA, ggf. ASMA (1:320 oder höher), außerdem extreme Vermehrung der gamma-Globuline, insbesondere von IgG, überwiegend bei Frauen um die Menopause
Typ 2: LKM bzw. AER in aller Regel über 1:320. Seltene autoimmune Hepatitis, tritt meist im Kindesalter auf
Typ 3: SLA/LP bzw. Antikörper gegen Cytosol. Seltenes, heterogenes Krankheitsbild
Primär biliäre Cholangitis (PBC): AMA, insbesondere Subtyp M2, Antikörper gegen SP-100, Antikörper gegen GP-210, Antikörper gegen PML. Betroffen sind vor allem Frauen mittleren Alters.
Primär sklerosierende Cholangitis (PSC): Antikörper gegen neutrophile Granulozyten mit perinukleärer bzw. atypischer Fluoreszenz (p- bzw. atypische ANCA, Myeloperoxidase negativ) kommen gehäuft vor. Betroffen sind überwiegend Männer jüngeren und mittleren Alters mit gleichzeitig bestehender entzündlicher Darmerkrankung.
Differentialdiagnose von autoimmunen Lebererkrankungen (Antikörperhäufigkeit):
VORKOMMEN VON AUTOANTIKÖRPERN BEI AUTOIMMUNEN LEBERERKRANKUNGEN
Autoantikörper Autoimmunheptitis
(AIH)
Primär biliäre Cholangitis
(PBC)
Primär
sklerosierende
Cholangitis
ANA Typ1 50 %
(homogen/gesprenkelt,
Kernmembran)
unter 10 %
(nuclear dots,
Kernmembran)
5 %
ASMA Typ1 70 % 10 % unter 10 %
LKM Typ2 5 % - -
pANCA 70 % unter 10 % 80 %
SLA/LP Typ 3 10 % + bei AIH/PBC-
Überlappungssyndrom
-
AMA unter 5 % 95 % -