HIV Antikörper-/Antigen(p24)-Nachweis (human immunodeficiency virus)


Probenmaterial

Serum - 0.5 ml

  • Vacutainer
  • Monovette mit Trenngel für Serum

Methode
LIA (HIV-1 und HIV-2, incl. Subtypen E und O), Line-Blot (HIV-1, HIV-2)

Bearbeitungsfrequenz
werktäglich (Mo - Fr)

Nachforderung
innerhalb von 5 Werktagen möglich

Erreger Meldung
Erregermeldung durch das Labor: direkter oder indirekter Nachweis, nichtnamentlich an das Robert-Koch-Institut

Ein positiver Befund sollte durch eine zweite, unabhängig entnommene Serumprobe bestätigt werden.
Inkubationszeit: HIV-Antikörper lassen sich ev. schon ab der 5. Woche, normalerweise ab der 7. Woche nach Infektion nachweisen. HIV-Antigene sind in der Regel 1 - 3 Wochen vor der Serokonversion nachweisbar. Eine verzögerte Antikörper-Bildung (nach Ablauf des 3. Monats) wird nur bei immunsupprimierten Patienten beobachtet. HIV-Antikörper können sowohl der Klasse IgM als auch der Klasse IgG angehören. Eine Seroreversion im eigentlichen Sinne kommt bei HIV nicht vor. Auch bei AIDS-Patienten im Spätstadium ist der fehlende Antikörper- Nachweis selten.
Schwangerschaft: Gefährdung für den Feten (prä-/perinatal) und für die Schwangere siehe unter Schwangerschaft
Konnatale HIV-Übertragung: Kinder von HIV-positiven Müttern sind bei Geburt immer seropositiv, da IgG-Antikörper diaplazentar übertragen werden. Beim nicht HIV-infizierten Kind (ca. 70-85 % der Fälle) wird der Leihtiter abgebaut, das Kind wird nach 15 - 24 Monaten seronegativ. Beim infizierten Kind kann das Immunsystem so geschädigt sein, dass keine vom Kind gebildeten Antikörper mehr nachweisbar sind. Die Infektion ist aber zu jeder Zeit nach der Geburt durch PCR-Analyse nachweisbar. Nur durch den Erreger-Direktnachweis ist die frühzeitige Differenzierung infiziert/nicht infiziert möglich.
HIV-Infektionsrisiko: nach Nadelstichverletzung ca. 0.3 %. Erhöht bei tiefer Verletzung, sichtbarem Blut, Stichwerkzeug vorher in Arterie oder Vene, Kontakt mit größeren Blutmengen und höheren HIV-Titern.
Prophylaxe nach HIV-Kontakt: Chemoprophylaxe bei Betroffenen, wenn Risiko der HIV-Übertragung hoch, ansonsten Risiko abwägen. Prophylaxe innerhalb von 2 Stunden nach dem Ereignis beginnen. Dauer 4 Wochen. HIV-Teste sofort, 6, 12 und 26 Wochen nach dem Ereignis. Beratung zur Vermeidung von Partnerinfektionen.