Blutbild: Retikulozyten


siehe auch Blutbild

Methode: Fluoreszenz-Durchflusszytometrie; Mikroskopie nach Färbung mit Brilliantkresyl-Blau
Referenzbereiche: 0.43 - 1.36 %
Nachträgliche Anforderung: nur am Tag der Einsendung möglich
Erhöht: akute Hypoxie, akuter Blutverlust, hämolytische Anämie sowie während der Therapie für Eisen-, Vitamin B12-, Folsäure-, Vitamin B6-Mangelanämien (ohne Retikulozyten-Anstieg ist die Behandlung unwirksam)
Erniedrigt: aplastische Anämie, ineffektive Erythropoese (megaloblastäre Anämie, Thalassämie, sideroachrestische Anämie)
Retikulozytenproduktionsindex (RPI)
Bei Anämien spiegelt der RPI die erythropoetische Aktivität besser wider als die Retikulozytenzahl, da der RPI die längere Verweildauer der Retikulozyten im peripheren Blut bei niedrigem Hämatokrit berücksichtigt.
RPI = Retikulozyten (%)/ Reifungszeit im Blut x Hkt (%)/ 45*
*Idealhämatokrit
ANÄMIEKLASSIFIZIERUNG NACH RETIKULOZYTENPRODUKTIONSINDEX
RPI Erythropoese mögliche Ursachen
> 3 hyperregenerativ (Anämie mit adäquater Regeneration) - akute Blutung
- Hämolytische Anämie
- Hypersplenismus
- Regeneration bei Eisen-, Folsäure-, Vitamin B12-Mangel
- Erythropoetintherapie
2 hyporegenerativ (Anämie mit ineffektiver Erythropoese) - Mangelanämien
- chronische Entzündung, Infektion, maligner Tumor
- Niereninsuffizienz
- myelodysplastisches Syndrom