Antikörper gegen Ganglioside


Probenmaterial

Serum - 0.2 ml

  • Vacutainer
  • Monovette mit Trenngel für Serum

Indikation
Neuropathie unklarer Genese

Methode
Line-Blot

Bearbeitungsfrequenz
1-2 x wöchentlich

Nachforderung
innerhalb von 5 Werktagen möglich

Nachgewiesen werden Antikörper gegen die Ganglioside GM1, GM2, GM3, GD1a, GD1b, GT1b und GQ1b.
Entzündliche periphere Neuropathien weisen ein weites Spektrum an klinischen Symptomen auf. Meist stehen motorische Symptome im Vordergrund wie beim Guillain-Barré-Syndrom (GBS; Muskelschwäche, Lähmungen und Areflexie, kombiniert mit sensiblen und vegetativen Funktionsstörungen) und dem Miller-Fisher-Syndrom (Augenmuskellähmungen, Schluckstörungen, Parästhesien). Die multifokale motorische Neuropathie (MMN) ist durch eine langsam progrediente Muskelschwäche, Faszikulationen und Muskelatrophie gekennzeichnet. Bei der chronisch-entzündlichen demyelinisierenden Polyneuropathie (CIDP) werden neben Sensibilitätsstörungen Muskelschwäche in Armen und Beinen und Müdigkeit beobachtet. Vielfach sind junge Erwachsene betroffen, Männer häufiger als Frauen. Diese Erkrankungen sind in vielen Fällen mit Antikörpern gegen Ganglioside assoziiert. Häufig tritt eine entzündliche Neuropathie als Folge einer apparenten oder inapparenten Infektion mit Campylobacter jejuni und CMV auf, seltener nach einer EBV-, Mycoplasma pneumoniae- oder Haemophilus influenzae-Infektion. Im Rahmen der Infektion werden Antikörper gegen Gangliosidstrukturen der Erreger gebildet, die mit Gangliosiden von Nervenzellen kreuzreagieren.
GANGLIOSID-ANTIKÖRPER BEI NEUROPATHIEN
Erkrankung Antikörper gegen überwiegend
Guilain-Barré-Syndrom GM1
GD1a
GD1b
GT1b
IgG (IgM)
IgG (IgM)
IgG
IgG
Miller-Fischer-Syndrom GQ1b IgG
CIDP
(chronisch-entzündliche demyelinisierende Polyneuropathie)
GQ1b
GM3
GD1a
GM2
IgM
IgM
IgM
IgM
MMN
(multifokale motorische Neuropathie)
GM1
GM2
GM3
GD1a
GD1b
IgM
IgM
IgM
IgM
IgM