Neurofilament-Leichtkette (NfL) im Serum


Analyse

Methode

CLIA


Bearbeitungsfrequenz
1x wöchentlich

Nachforderung
innerhalb von 5 Tagen möglich

Referenzbereich
Alter NfL (pg/ml)
<= 29 Jahre < 7,54
30-39 Jahre < 9,73
40-49 Jahre < 10,55
50-59 Jahre < 13,4
60-69 Jahre < 23,53
> 70 Jahre < 31,33
Die altersspezifischen Referenzwerte beziehen sich auf die Diagnose Multiple Sklerose

Indikation

Schädel-Hirn-Trauma, zerebrale Hypoxie, Schlaganfall, Multiple Sklerose, atypische Parkinsonerkrankungen, Frontotemporale Demenz, Lewy Körperchen Demenz, Alzheimer Krankheit, Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, GBS, PNP, CIDP, Morbus Huntington, HIV assoziierte Demenz.

Bei den meisten dieser Erkrankungen überlappen die absoluten NfL-Konzentrationen, sodass diese nicht zur Differentialdiagnostik, jedoch zur Prognoseabschätzung, zum Therapiemonitoring und zum Monitoring der Krankheitsaktivität herangezogen werden können.

Altersspezifische Referenzwerte existieren für die Multiple Sklerose.


Einflussgrössen

Einfluss- oder Störfaktoren, die zu einer Erhöhung der NfL im Serum, aber nicht im Liquor führen sind unter anderem: eine erniedrigte glomeruläre Filtrationsrate, erhöhte HbA1c-Werte, kardiovaskuläre Erkrankungen.

Erhöhte NfL-Werte im Liquor, aber nicht im Serum sind auf einen verlangsamten Liquorabfluss zurückzuführen (z.B. idiopathische intrakranielle Hypertension).

Ein erhöhtes Blutvolumen wie z.B. bei hohem BMI kann zu einer erniedrigten NfL-Konzentration im Blut führen, die Konzentration der NfL im Liquor ist dagegen von diesem Faktor unbeeinflusst.


Bewertung

Bei NfL handelt es sich um ein neuronenspezifisches zytoskelettales Protein. Kommt es zu einer neuroaxonalen Schädigung, werden Neurofilamente aus den beschädigten Neuronen in den Liquor freigesetzt und treten von dort ins Blut über.

Neurologischen Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose, amyotrophen Lateralsklerose, frontotemporalen Demenz oder Alzheimer Krankheit sowie traumatischen Hirnverletzungen liegen pathophysiologisch neuroaxonale Schäden zugrunde. Durch die Bestimmung der NfL ist es möglich, das Ausmaß der Schäden zu quantifizieren, die Erkrankungen im Verlauf zu beobachten, das therapeutische Ansprechen zu messen und Abschätzungen über die Prognose zu vorzunehmen.

Unabhängig von der Ursache der neuroaxonalen Schädigung stellt die Bestimmung der NfL im Blut eine einfach zugängliche Möglichkeit zum Monitoring der Krankheitsaktivität dar. Das Ergebnis der NfL-Bestimmung sollte dabei in den Kontext mit anamnestischen Angaben, der Klinik und anderen laborchemischen und bildgebenden Parametern eingeordnet werden.





Stand: 02.11.2026