Thiopurin-Unverträglichkeit


Probenmaterial

EDTA-Blut - 1 ml

  • Vacutainer mit EDTA für Blutbild etc.
  • Monovette mit EDTA

Indikation
Abklärung der Verträglichkeit 6-Thiopurin-haltiger Medikamente, Ausschluss einer vollständigen TPMT-Defizienz.

Methode
realtime PCR mit Schmelzpunktanalyse, Nachweis von TPMT*2, *3A, *3B, *3C

Bearbeitungsfrequenz
werktäglich (Mo - Fr)

Nachforderung
innerhalb von 5 Werktagen, nur wenn bereits separates Material für eine andere PCR vorliegt

Das Enzym Thiopurin S-Methyltransferase (TPMT) katalysiert die S-Methylierung, und damit die Inaktivierung von Thiopurinen. 6-Thiopurin-haltige Substanzen (Azathioprin, 6-Mercaptopurin und 6-Thioguanin) werden als Zytostatika (u.a. in der Leukämie-Therapie) und Immunsuppressiva (u.a. in der Therapie rheumatologischer Erkrankungen und entzündlicher Darmerkrankungen) eingesetzt.
Die TPMT-Aktivität unterliegt einer interindividuellen Variabilität.
Die häufigsten mit einer TPMT-Defizienz einhergehenden Polymorphismen sind:
- TPMT*2 (238G>C): Allelfrequenz 0.2 - 0.5 %
- TPMT*3C (719A>G): Allelfrequenz 0.2 - 0.8 %
- TPMT*3A (*3B 460 G>A und *3C 719A>G auf einem Chromosom): Allelfrequenz 3.2 - 5.7 %
Ca. 90 % der Bevölkerung zeigen eine normale TPMT-Aktivität. Bei 10 % der Bevölkerung ist die Aktivität jedoch eingeschränkt (heterozygote Träger eines Polymorphismus) und einer von 200 bis 300 Patient ist vollständig TPMT-defizient (homozygote oder compound heterozygote Träger eines Polymorphismus).
Bei Patienten mit vollständiger TPMT-Defizienz kommt es regelmäßig zu schwerwiegenden myelotoxischen Nebenwirkungen. Daher muss eine vollständige TPMT-Defizienz vor Beginn einer Therapie mit 6-Thiopurin-Analoga ausgeschlossen werden.