Prolactin


Probenmaterial

Serum - 0.5 ml

  • Vacutainer
  • Monovette mit Trenngel für Serum

Indikation
- V.a. Prolactinom
- DD von Zyklusstörungen
- DD des Hirsutismus, Abgrenzung gegenüber Hyperandrogenämien
- Galaktorrhoe
- Gonadeninsuffizienz und Gynäkomastie beim Mann
- Osteopenie

Methode
LIA, zusätzlich nach PEG-Fällung bei erhöhter Konzentration

Bearbeitungsfrequenz
werktäglich (Mo - Fr)

Nachforderung
innerhalb von 5 Werktagen möglich

Einflussgrössen
Palpation der Mammae

Bewertung

Prolactin wird in den lactotrophen Zellen des Hypophysenvorderlappens synthetisiert und gespeichert. Die Sekretion unterliegt einer tonischen Hemmung durch das hypothalamische Dopamin. Die Freisetzung erfolgt pulsatil und unterliegt einem circadianen Rhythmus. Prolactin stimuliert das Einsetzen und die Aufrechterhaltung der Milchsekretion nach der Entbindung. Die durch den Saugreiz stimulierte Prolactinsekretion ist für die postpartale Anovulation verantwortlich.

In circa 10 % der Fälle ist eine erhöhte Prolactinkonzentration durch Makroprolactin bedingt. Makroprolactin wird intravasal durch Immunkomplexbildung von Prolactin mit Autoantikörpern gebildet. Makroprolactin kann aufgrund seiner Molekülgröße (über 150 kD) das Gefäßsystem nicht verlassen und wird somit größtenteils biologisch inaktiv. Mit Hilfe von Polyethylenglykol (PEG) können die Immunkomplexe präzipitiert werden. Das monomere Prolactin wird dann in einem zweiten Ansatz bestimmt.

Erhöht bei:

- Prolactinom, Werte über 200 μg/l sichern die Diagnose weitgehend.

- Mangel an Prolactin-Inhibitor bei Hypophysentumoren oder -stieldurchtrennung

- Medikamente (Dopaminantagonisten wie Metoclopramid, Östrogene, Antidepressiva, Neuroleptika, Antihypertensiva)

- Stress, Schwangerschaft

- Hypothyreose (Stimulation durch TSH)

- Niereninsuffizienz

- Makroprolactin

Erniedrigt bei:

- Hypophyseninsuffizienz und Therapie mit Dopaminagonisten


REFERENZBEREICH
6.2 - 30.6 μg/l
nach PEG-Fällung - 22.4 μg/l
4.6 - 22.9 μg/l
nach PEG-Fällung - 15.9 μg/l