Heparin-induzierte Thrombozytopenie Typ II (HIT-Typ II)


Probenmaterial

Serum - 0.5 ml

  • Vacutainer
  • Monovette mit Trenngel für Serum
2 Serumröhrchen abnehmen!

Methode
PaGIA (Schnelltest) und EIA (PF4-Heparin-Antikörper)

Bearbeitungsfrequenz
ELISA-Test werktäglich (Mo - Fr); Schnelltest täglich (Blutdepot, Tel. 089/450917 390)

Nachforderung
innerhalb von 5 Werktagen möglich

Eine heparininduzierte Thrombozytopenie (HIT) wird in 1 bis 5 % der Fälle einer Heparintherapie beobachtet.
• Bei der HIT Typ I werden die Thrombozyten direkt durch Heparin aktiviert. Die Folge ist ein mäßiger Abfall der Thrombozyten, der sich i.d.R. spontan zurückbildet (Thrombozytenzahl nicht unter 80 Tsd./ µl). HIT Typ I ist laborchemisch nicht erfassbar.
• Typ II ist eine Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper gegen einen Komplex aus Plättchenfaktor-4 (PF4) und Heparin zur Thrombozytenaktivierung führen. Klinisch kommt es 5 bis 14 Tage nach Therapiebeginn zu einem Abfall der Thrombozytenzahl mit Thrombosen und Gefäßverschlüssen.
Ein negativer Test schließt eine HIT Typ II weitgehend aus.

4T-Score zur klinischen Beurteilung:

4T-SCORE ZUR BEURTEILUNG DER WAHRSCHEINLICHKEIT DES VORLIEGENS EINER HIT TYP II
Punkte
Thrombozytopenie Thrombozyten > 20.000/μl und Abfall > 50 % 2
10.000 - 19.000/μl oder Abfall 30 - 50 % 1
10.000/μl oder Abfall 30 % 0
Tag des Auftretens des
Thrombozytenabfalls nach
Heparingabe
Tag 5 - 10 oder Tag 1 (bei früherer Heparingabe
innerhalb 30 Tagen)
2
unbekannt oder > Tag 10 oder Tag 1 (bei
früherer Heparingabe innerhalb 31 - 100 Tagen)
1
Tag 4 (keine frühere Heparingabe) 0
Thrombose neue bestätigte Thrombose, Hautnekrose,
Anaphylaxie nach Heparinbolus
2
fortschreitende oder rezidivierende Thrombose,
V.a. Thrombose, nicht nekrotisierende Hautläsion
1
keine 0
andere (other) Ursache für
Thrombozytopenie
keine 2
denkbar 1
definitiv 0
Wahrscheinlichkeit für HIT Typ II: 0 - 3 Punkte    niedrig
4 - 6 Punkte    intermediär
7 - 8 Punkte    hoch