Parvovirus-B19 Antikörper-Nachweis (Ringelröteln, Erythema infectiosum)


Probenmaterial

Serum - 0.3 ml

  • Vacutainer
  • Monovette mit Trenngel für Serum

Methode
LIA (IgM, IgG)

Bearbeitungsfrequenz
werktäglich (Mo - Fr)

Nachforderung
innerhalb von 5 Werktagen möglich

Antikörper sind 3 Tage nach Auftreten der Symptome nachweisbar (ggf. zweites Serum zum Nachweis eines Antikörperanstiegs erforderlich). Es wird eine lebenslange Immunität erworben.
Inkubationszeit: 7 - 10 Tage
Übertragung durch Tröpfcheninfektion (höchste Kontagiosität kurz vor Ausbruch des Exanthems). Klinisches Bild der Ringelröteln, auch Arthralgie (bei 8 % der infizierten Kinder, bei 80 % der Erwachsenen), Myokarditis, Vaskulitis, Glomerulonephritis. Mehr als ein Viertel der Infektionen verläuft asymptomatisch.
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Bei einer Erstinfektion in der Schwangerschaft kann es in bis zu 30 % der Fälle zur transplazentaren Infektion des Kindes kommen. Ab der 10. bis 12. SSW können fetale Pronormoblasten sowie fetale Organe (Myokarditis) infiziert werden. Noch bis zu fünf Monate nach der Infektion der Mutter kann die Zerstörung der Erythrozytenvorläufer zu schweren fetalen Anämien und Ödemen (Hydrops fetalis) führen. Die meisten Schwangerschaften verlaufen trotz einer Infektion mit Parvovirus-B19 normal. Bei Kindern werden die Viren schnell eliminiert und sind nach 3 bis 4 Wochen im Blut nicht mehr nachweisbar. Bei Erwachsenen dagegen kann sich die Virämie und somit eine potentielle Übertragung der Viren auf den Feten über Monate erstrecken.
Die Bestimmung der Antikörper allein ist nicht zur sicheren Abklärung einer akuten Infektion mit Parvovirus-B19 ausreichend. So schließt ein negativer IgM-Befund eine akute Infektion nicht sicher aus, da bei hochvirämischen Patienten der IgM-Test durch Komplexierung der Antikörper mit den Viruspartikeln falsch-negativ ausfallen kann. Andererseits sind Parvovirus-B19 IgM-Antikörper als Indikator der akuten Infektion häufig bereits 3 Wochen nach Viruskontakt nicht mehr nachweisbar. Somit kann trotz vorliegender IgG-Antikörper eine Virämie bestehen. Positive IgM-Antikörper müssen aber nicht immer eine akute Infektion anzeigen, da Parvivirus-B19 spezifische IgM-Antikörper über längere Zeit persistieren können. Auch falschpositive IgM-Ergebnisse durch Kreuzreaktionen sind möglich.
Liegen dagegen IgG-Antikörper vor und ist der Virusnachweis mittels PCR negativ, sind die Viren eliminiert und die Patienten immun. PCR-positive Proben mit wiederholt niedriger Viruslast (unter 1.500 IE/ml; Testabstand ca. 2 Wochen) in Kombination mit positiven Parvovirus-B19 IgG-Antikörpern weisen auf eine Viruspersistenz nach länger zurückliegender Infektion hin. Insbesondere bei Schwangeren kann eine über mehrere Monate persistierende Infektion mit niedriger Viruslast vorkommen. Auch die Diagnose einer chronischen Infektion immunsupprimierter Patienten mit chronischer Anämie muß sich auf den Virusnachweis mittels PCR stützen, da bei immundefizienten Patienten die Bildung von Antikörpern oder ein Antikörperanstieg unterbleiben kann.
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