Glucose-Toleranzteste


Probenmaterial

Blut mit Stabilisator - 2 ml

  • Monovette mit Na-Fluorid
Material bei allen Glucose-Toleranz-Testen

Indikation
V.a. Diabetes mellitus, HbA1c, zusätzlich bei Kindern und Jugendlichen ab 10 Jahren mit Übergewicht (BMI > 90. Perzentile) und mindestens zwei weiteren Risikofaktoren (Typ-2-Diabetes bei Verwandten 1. oder 2. Grades, Zugehörigkeit zu einer Gruppe mit erhöhtem Diabetesrisiko, extreme Adipositas mit BMI 99.5. Perzentile, arterieller Hypertonus, Dylipidämie, erhöhte Transaminasen, Polyzystisches Ovarialsyndrom, Acanthosis nigricans).

Bearbeitungsfrequenz
werktäglich (Mo - Fr)

Nachforderung
nicht möglich

Oraler 75 g Glucose-Toleranz-Test (nach den WHO-Empfehlungen)

Durchführung:

- Mindestens dreitägige Ernährung mit mehr als 150 g Kohlenhydraten/d
- Durchführung am Morgen nach 10-16 Stunden Nahrungs- (und Alkohol-) Karenz, Patient in sitzender oder liegender Position. Rauchen vor und während des Tests nicht erlaubt.
- Bestimmung der Nüchternglucose
- Patient trinkt 75 g Glucose gelöst in 250-300 ml Wasser innerhalb von 5 min. Kinder erhalten 1.75 g Glucose/kg Körpergewicht bis maximal 75 g.
- Weitere Blutentnahme für die Glucosebestimmung nach 120 min.

In der Schwangerschaft

Ausschluß eines Gestationsdiabetes bei allen Schwangeren in der 24. - 28. Schwangerschaftswoche durch Untersuchung mit dem 75 g oGTT oder mit dem 50 g Glucose-Screening-Test (bei pathologischem Ausfall mit nachfolgendem 75 g oGTT). Die Bestimmung von Glucose im Urin als Screeningparameter ist überholt.

Bei mindestens einem der folgenden Risikofaktoren für einen Gestationsdiabetes sollte der 75 g oGTT schon im 1. Trimenon der Schwangerschaft durchgeführt werden:
- Übergewicht (Body-Mass-Index vor der Schwangerschaft ≥ 27 kg/m2)
- erstgradig Verwandten mit Diabetes mellitus
- Gestationsdiabetes in einer vorhergehenden Schwangerschaft
- Geburt eines Kindes ≥ 4500 g
- vorangegangene Totgeburt
- schwere kongenitale Fehlbildungen in einer vorangehenden Schwangerschaft
- habituelle Abortneigung (≥ 3 Fehlgeburten nacheinander)

Bei diesen Patientinnen sollte bei unauffälligem Ergebnis des oGTT im 1. Trimenon der Test jeweils in der 24. - 28. und bei erneut unauffälligem Ergebnis in der 32. - 34. Schwangerschaftswoche wiederholt werden.

BEWERTUNG
in der Schwangerschaft (24. - 28. SSW) venöses Plasma
50 g Glucose-Screening (1) Verdacht auf Gestationsdiabetes bei Werten nach einer Stunde von
Patientin nicht unbedingt nüchtern 1 h-Wert ≥ 135 mg/dl
75 g oGTT Gestationsdiabetes liegt vor, wenn für mindestens einen Wert gilt:
nüchtern ≥ 92 mg/dl
1 h-Wert ≥ 180 mg/dl
2 h-Wert ≥ 153 mg/dl
(1) erhöhte Werte müssen mit einem 75 g oGTT abgeklärt werden. Bei Werten ≥ 200 mg/dl sollte zuvor eine Nüchternglucose bestimmt werden; bei pathologischem Wert kann auf dem oGTT verzichtet und die Diagnose Gestationsdiabetes gestellt werden.

oraler 50 g Glucose-Screening-Test

Durchführung: Zu jeder Tageszeit, unabhängig von der vorausgegangenen Nahrungszufuhr 50 g Glucose gelöst in 200 ml Wasser innerhalb von 3 - 5 min trinken. Die Patientin sollte während des Tests sitzen und nicht rauchen. Blutentnahme nach 60 min

Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft empfiehlt ausschließlich die Messung aus venösem Plasma (mit Stabilisator).


BEWERTUNG
normal gestörte Glucosetoleranz Diabetes mellitus
75 g oGTT 2-h-Wert 140 140 - 199 > 200 mg/dl