Nadelstichverletzung, Schnittverletzung, Stichverletzung


Vorsichtsmaßnahmen:
- Kanülen nie in die Kappe zurückstecken! Entsorgen in stichfeste Plastikbehälter, die im Labor angefordert werden können.
- Aufklärung über Nadelstichverletzung
- Hepatitis B-Grundimmunisierung, Titerkontrollen
Erste Hilfe:
- Blutfluss fördern durch Druck auf umliegendes Gewebe (über 1 Minute) und Wunde gründlich reinigen.
- Wunde desinfizieren und verbinden
- Blutentnahme bei Verletztem und Patient und als “EILT”-Untersuchung ins Labor schicken
- Beim Verletzten Blut abnehmen und untersuchen auf Hepatitis Bc- und Hepatitis Bs-Antikörper, Hepatitis C-Antikörper und HIV-Antikörper. Bei vorhandenem Hepatitis B-Impfschutz ist bei den Verlaufskontrollen nach 6 Wochen und 3 und 6 Monaten nur die Bestimmung von Hepatitis C-Antikörpern und HIV-Antikörpern erforderlich.
- Beim Patienten Einverständnis zur Durchführung von HIV- und Hepatitis-Tests erreichen, Blut sichern und untersuchen auf Hepatitis Bs-Antigen, Hepatitis C-RNA, quantitativ und HIV-Antikörper (für Untersuchungen des Indexpatienten ggf. Kostenübernahme durch die Berufsgenossenschaft erfragen)
- Dokumentation der Daten

Vorgehen bei seropositivem Patienten und -negativem Verletzten:

- HIV: Übertragungsrisiko ca. 0.3 % (abhängig u.a. von der Tiefe der Verletzung und der Viruslast des Patienten). Entscheidung über eine Prophylaxe nach perkutaner oder intravenöser Exposition bei gesicherter HIV-Infektion muss sofort getroffen werden. Beginn der Expositionsprophylaxe möglichst innerhalb von 2 h.

- Hepatitis C: Das Infektionsrisiko ist geringer als bei Hepatitis B (HCV ca. 0.4 %, HBV 6 - 20 %). Eine postexpositionelle Prophylaxe steht bisher nicht zur Verfügung. Bei Hepatitis C-Infektion des Indexpatienten sollte beim Verletzten die Hepatitis C-RNA nach 2 Wochen bestimmt werden. Falls diese negativ ist, sollte die Bestimmung 6 Wochen nach Exposition wiederholt werden.

- Hepatitis B-Prophylaxe nach Exposition gemäß den aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch Institut