Homocystein


Probenmaterial
1 ml Blut aus Spezialröhrchen für Homocysteinbestimmung
- grauer 5 ml BD Fluorid/Heparin-Vacutainer mit 20 mg NaF
- violette 2.9 ml Sarstedt Homocystein 9NC-Monovette
Blut am selben Tag ins Labor schicken, sonst bei 4 °C (Kühlschrank)
bis zum nächsten Tag lagern.
oder: 1 ml EDTA-Plasma: EDTA-Blut abnehmen, innerhalb von 30 min
zentrifugieren, abpipettieren; Haltbarkeit des EDTA-Plasmas ca. 2
Tage bei Raumtemperatur.

Methode
LC-MS/MS

Bearbeitungsfrequenz
3 x wöchentlich

Nachforderung
nicht möglich

Erhöhungen des Homocysteinspiegels können zu Veränderungen der Morphologie des Gefäßsystems und zu Funktionsstörungen des Gerinnungssystems führen und gelten als unabhängiger Risikofaktor für ischämische Herzerkrankungen, Schlaganfälle sowie peripher arterielle und venöse Thrombosen. Zudem besteht eine Assoziation zwischen erhöhten Homocysteinspiegeln und Demenz.
Ursachen:
moderate Erhöhung (12-30 μmol/l), vereinbar mit
Vitamin B 6-, B 12- bzw. Folsäuremangel
Niereninsuffizienz
Medikamente (z.B. Methotrexat, Theophyllin, Phenytoin, Carbamazepin)
Hypothyreose
Rauchen, Alkohol, Kaffee
intermediäre Erhöhung (30-100 μmol/l), z.B. bei
schwerer Niereninsuffizienz
schwerem Vitamin B 6-, B 12- bzw. Folsäuremangel
heterozygoter Homocystinämie (MTHFR-Mangel)
starke Erhöhung (über 100 μmol/l), z.B. bei
homozygoter Homocystinämie
Homocystinurie (Cystathionin-beta-Synthetase-Mangel, Methylentetrahydrofolat- Reduktase-Mangel, Defekte der Cobalaminsynthese)
Durch die Supplementation von Vitamin B 6, Vitamin B 12 und Folsäure kann der Homocysteinspiegel gesenkt werden. Der protektive Effekt ist bislang jedoch umstritten. So konnten bisherige Studien keine Evidenz dafür erbringen, dass die Behandlung der Patienten mit einem erhöhten Homocysteinwert ihr Risiko für anschließende kardiovaskuläre Ereignisse reduziert.

REFERENZBEREICH
empfohlener Bereich < 12 μmol/l
für Risikogruppen < 10 μmol/l