Calprotectin


Probenmaterial

Stuhl - 1 g


Methode
EIA

Bearbeitungsfrequenz
werktäglich (Mo - Fr)

Nachforderung
nicht möglich

Calprotectin ist ein Calcium-bindendes Protein mit antibakteriellen Eigenschaften, das in hoher Konzentration in neutrophilen Granulozyten vorkommt. Die Ausscheidung von Calprotectin im Stuhl korreliert mit der Einwanderung von Leukozyten ins Darmlumen; es wird daher als Marker einer intestinalen Entzündung angesehen. Bei einem unauffälligen Wert ist eine gastrointestinale Entzündung (chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Infektionen, Divertikulitis) unwahrscheinlich und spricht für das Vorliegen einer funktionellen Ursache (Reizdarmsyndrom).
Bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa korreliert Calprotectin mit der Aktivität der Entzündung. Unter medikamentöser Therapie spricht ein Rückgang oder eine Normalisierung des Calprotectins für eine Abheilung der Läsionen.
Die Therapie mit Protonenpumpeninhibitoren oder NSAID kann zu einer leichten Erhöhung des Calprotectins führen. Eine Erhöhung wird zwar auch bei kolorektalen Neoplasien beobachtet, Calprotectin ist jedoch nicht zum Ausschluss eines Karzinoms geeignet.

REFERENZBEREICH
Erwachsene und Kinder ab 5 Jahre < 50 μg/g
Graubereich 50 - 150 μg/g
Kinder
gesunde Kinder im Alter von unter einem Jahr zeigen aufgrund der physiologisch verzögerten Reifung der Darmpermeabilität teils deutlich erhöhte Calprotectinwerte
bis 3 Monate < 2000 μg/g
bis 6 Monate < 1000 μg/g
bis 12 Monate < 500 μg/g
bis 5 Jahre < 200 μg/g