Molekulare Pathologie


notwendige Ergänzung zur morphologischen Diagnostik für Planung und Kontrolle der personalisierten Therapie maligner Tumoren
Gastrointestinaler Stromatumor (GIST)
c-Kit/CD117-Mutationsanalyse*: Vorkommen in ca. 80% der GIST; GIST mit Mutation im Exon 11 sprechen besser auf Therapie an als GIST mit Wildtyp oder Mutation im Exon 9
Indikation: Diagnosesicherung, Therapieplanung/Dosisadaptation mit Tyrosinkinase-Inhibitoren
Methode: PCR mit nachfolgender Sequenzanalyse
Material: Formalin-fixiertes oder frisches Gewebe aus Primärtumor oder Metastase
Kolorektales Karzinom
Mikrosatellitenanalyse: Ca. 3% der kolorektalen Karzinome sind auf eine erblich bedingte Mutation im DNA-Reparatursystem zurückzuführen und gehen sehr häufig mit einer Mikrosatelliteninstabilität (MSI-H) einher (erblich bedingtes nicht polypöses kolorektales Karzinom, HNPCC, Lynch-Syndrom). Das HNPCC wird mit einer 90%igen Penetranz autosomal-dominant vererbt. Die Patienten fallen klinisch durch eine aggressive Tumormanifestation im frühen Lebensalter auf. Eine MSI-H, die auch in ca. 12% der sporadischen kolorektalen Karzinome vorkommt, ist mit einer signifikant besseren Prognose assoziiert, allerdings sprechen derartige Karzinome schlechter auf eine 5FU-Therapie an.
Indikation: Verdacht auf HNPCC, bei Erfüllung mindestens eines revidierten Bethesda-Kriteriums zur Diagnostik eines erblich bedingten kolorektalen Karzinoms (HNPCC, Lynch-Syndrom)
Methode: PCR mit nachfolgender Fragmentlängenanalyse
Material: Formalin-fixiertes oder frisches Gewebe aus Primärtumor oder Metastase und gesundes Gewebe (z.B. Blut)
BRAF-V600E/K-Mutationsanalyse: negativer prognostischer Biomarker insbesondere bei Mikrosatellitenstabilität, kein signifikant prädiktiver Marker bezüglich eine EGFR-Antikörper-Therapie
Indikation: Diagnostik und Prognoseabschätzung beim sporadischen kolorektalen Karzinom, weitgehender Ausschluss eines erblich bedingten kolorektalen Karzinoms (bei MSI-H mit hMLH-1-Ausfall)
Methode: realtime PCR mit Schmelzpunktanalyse
Material: Formalin-fixiertes oder frisches Gewebe aus Primärtumor oder Metastase
KRAS-/NRAS-Mutationsanalyse: Die erfolgreiche EGFR-Antikörper- Therapie von kolorektalen Karzinomen setzt voraus, dass KRAS und NRAS als Wildtyp vorliegen. Beide sind prädiktive Biomarker, d.h. Patienten mit einer auf dem KRAS-/NRAS-Gen lokalisierten Mutation profitieren nicht von einer zusätzlichen Antikörpertherapie beim metastasierten kolorektalen Karzinom, die Zulassung der entsprechenden Antikörper erfolgte nur für Karzinome ohne Mutationsnachweis.
Indikation: geplante EGFR-Antikörper-Therapie
Methode: PCR und Reverse Sondenhybridisierung
Material: Formalin-fixiertes oder frisches Gewebe aus Primärtumor oder Metastase
Malignes Melanom
BRAF-V600E/K-Mutationsanalyse: Vorkommen in ca. 50% aller malignen Melanome, Vorliegen dieser Mutation schließt eine NRAS-Mutation praktisch aus.
Indikation: geplante BRAF-Inhibitor-Therapie (chirurgisch nicht resektabler maligner Melanome)
Methode: realtime PCR mit Schmelzpunktanalyse
Material: Formalin-fixiertes oder frisches Gewebe aus Primärtumor oder Metastase
NRAS-Mutationsanalyse: Vorkommen in ca. 15% aller malignen Melanome, auch als sekundäre (Resistenz-assoziierte) Mutation unter BRAF-Inhibitor-Therapie
Indikation: chirurgisch nicht resektable maligne Melanome, Therapieanpassung bei sekundärer Resistenz unter BRAF-Inhibitor- Therapie
Methode: PCR und Reverse Sondenhybridisierung
Material: Formalin-fixiertes oder frisches Gewebe aus Primärtumor oder Metastase
c-Kit/CD117-Mutationsanalyse*: Vorkommen in ca. 5% aller akralen/ mukosalen malignen Melanome
Indikation: geplante c-Kit/CD117-Inhinbitor-Therapie chirurgisch nicht resektabler akraler und mukosaler metastasierter maligner Melanome
Methode: PCR mit nachfolgender Sequenzanalyse
Material: Formalin-fixiertes oder frisches Gewebe aus Primärtumor oder Metastase