Lyrica® (Pregabalin) – Therapeutikum, aber auch Suchtmittel Laborinformationen

Pregabalin, ein Arzneimittel aus der Gruppe der Antikonvulsiva, wird zur Behandlung von peripheren und zentralen neuropathischen Schmerzen, Epilepsie und generalisierten Angststörungen eingesetzt.

Die empfohlene Dosis liegt bei 150 bis max. 600 mg/Tag. Pregabalin wird bei nüchternen Patienten rasch resorbiert. Maximale Plasmakonzentrationen werden innerhalb einer Stunde erreicht. Bei wiederholter Anwendung wird ein steady state innerhalb von 24 – 48 Stunden erreicht. Die mittlere Eliminationshalbwertszeit von Pregabalin beträgt 6,3 Stunden. Therapeutischer Bereich im Serum: 2 – 5 mg/l, Toxischer Bereich: > 10 mg/l (AGNP-Konsensus-Leitlinie für TDM in der Psychiatrie 2011).

Material:
0,5 ml Plasma / Serum (Röhrchen ohne Gel zur Blutabnahme verwenden)

Methode:
LC-MS/MS

In letzter Zeit häufen sich Meldungen hinsichtlich eines Missbrauchs und einer Abhängigkeit von Pregabalin, insbesondere bei Suchtpatienten (1).

Pregabalin wird zunehmend u.a. als Benzodiazepinersatz konsumiert (2). Auch über Todesfälle bei Opiatabhängigen im Rahmen einer Mischintoxikationen (3) wird berichtet. Bei der medikamentösen Therapie von Alkoholkranken findet Pregabalin ebenfalls Verwendung, da es das Alkoholentzugssyndrom zu lindern scheint (4).

Der Beigebrauch von Lyrica® (Pregabalin) lässt sich im Urin über Tage nachweisen und wird durch herkömmliche Drogenteste nicht routinemäßig erfasst. Bei unklaren Intoxikationen und Amnesien sollte eine Einnahme von Pregabalin ausgeschlossen werden.

Material:
5 ml Spontanurin

cut-off:

0,5 mg/l

Methode:

LC-MS/MS

Literatur:

  1. Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (2011); Abhängigkeitspotential von Pregabalin (Lyrica®) Deutsches Ärzteblatt, Jg. 108 / Heft 4/ 28. Januar 2011
  2. Bramness et al, Basic Clin Pharmacol Toxicol 2010 Apr 23, Help patients Reduce their use of Benzodiazepines?
  3. Lottner-Nau S, Roider G, Abuse of Pregabalin-Results of the Postmortem Toxicology from 2010 to 2012, LMU München
  4. Martinotti et al, Addiction 105 (2), 288-299